Stimmen von Branchenexperten

Frank A. Dassler, Präsident WFSGI, General Counsel adidas Group

 

 

"Aus Sicht unserer Industrie ist dieser Master of Laws im Sportrecht für Juristen genau der richtige Einstieg in die Welt des Sports. Ich kann Herrn Professor Heermann und der Universität Bayreuth zu diesem Schritt nur gratulieren und freue mich schon auf die neue Generation von Sportrechtsexperten mit ökonomischem Sachverstand."

 

Dr. Rainer Koch, 1. Vizepräsident des DFB, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes,  Richter am OLG München

"Die Anforderungen an die "Macher des Sports" nehmen fortwährend zu und zwar sowohl mit Blick auf die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder wie auch mit Blick auf die hauptamtlichen oder in Teilzeitbeschäftigung arbeitenden Führungskräfte in den vielen Tausend Sportvereinen. Bloße Kenntnisse in der Trainingslehre oder dem allgemeinen Organisationsmanagement reichen schon lange nicht mehr aus. Die Organisation des Sports verlangt immer mehr rechtliches und ökonomisches Detailwissen, wie es heute selbst in den juristischen und betriebswirtschaftlichen Studiengängen nicht mehr umfassend vermittelt wird. Ich finde es sehr positiv, wenn die Universität Bayreuth mit einem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang zum "LL.M. Sportrecht" sich dieser besonderen Anforderungen unserer Zeit annimmt."

Dr. habil. Martin Stopper von der Kanzlei lentze stopper in München äußert sich zur Frage, warum eine Ausbildung in Sportrecht wichtig ist.

Unser Dozent für Vereins-, Verbands- und Sportgerichts-barkeit, Dr. Jan F. Orth, spricht über berufliche Chancen im Sportrecht.

Interview mit Prof. Dr. jur. Rudolf Streinz: "Was ist Sportrecht und wo werden Sportrechtler gebraucht?"

Stimmen der Teilnehmer

Interview mit den Studierenden Catarina Lauff, RA in Wiesbaden und Klaus Woryna, RA in München


Das Interview fand während des Präsenzwochenendes am 29. Mai 2016 an der
Universität Bayreuth statt.

 

Red.: Liebe Frau Lauff, lieber Herr Woryna. Vielleicht können Sie sich zu Beginn kurz vorstellen.

 

KW: Ich bin RA aus München. Habe seit 2000 eine eigene Kanzlei. Arbeite hauptsächlich im Strafrecht und im Familienrecht und bin aber auch seit Jahren für den Deutschen Schwimmverband tätig und auch für verschiedene Vereine anderweitig.

CL: Mein Name ist Catarina Lauff und auch ich bin als Rechtsanwältin mit einer mittelständigen Kanzlei in Wiesbaden tätig. Wir machen seit 2003 im Wesentlichen Wirtschaftsrecht, seit 2011 mit angeschlossenem Notariat. Ich selbst war bisher hauptsächlich im Insolvenzrecht tätig. Ich bin selber begeisterte Sportlerin und wir haben auch immer wieder Bezüge zum Sport und zu verschiedenen Vereinen. Wir beraten einen Reitsportverein, ferner Vereine im Bereich Handball, Volleyball , Schwimmsport und Triathlon und verschiedene Sportbetriebe.

 

Red.: Dann kommen wir zu unserer 1. Frage: Sind die Erwartungen an den LL.M. Sportrecht der Universität Bayreuth erfüllt oder sogar übertroffen worden?

 

KW: Ich finde die Gruppe richtig cool. Es macht Spaß. Es sind ganz unterschiedliche Leute. Alle sind sportbegeistert, machen selber Sport, haben dafür Interesse und man hat sich irgendwie ganz gut gefunden und man versteht sich richtig gut und das ist sehr angenehm. Wir sind alle natürlich hergefahren und haben gedacht, ach Gott, wer erwartet uns dort? Die typischen Juristen mit Anzug und Krawatte oder sonst wie spießig? Das ist es aber genau das Gegenteil. Das sind Leute mitten aus dem Leben, Praktiker, die einen vernünftigen Blick haben und die ein Interesse am Sport haben und das findet man ja relativ selten. Die Erwartungen an die Gruppe ist also vollkommen übertroffen. Inhaltlich ist es sehr interessant. Es finden verschiedenste Sachen statt. Man erhält Einblick in Rechtsgebiete, die man so komprimiert nicht kriegt.

CL: … und zu denen man sich vielleicht keine Gedanken gemacht hat.

KW: Genau. Es kommen auch neue Anregungen, wo Gefahren lauern können im täglichen Beratungsprozess. 

CL: Die Erwartungen werden erfüllt, weil Themengebiete angesprochen werden, die einem vor der Teilnahme noch gar nicht so bewusst waren. Das Strafrecht ist bei mir z.B. kein tägliches Thema. Da bin ich auf viele Punkte gestossen, die in der Praxis relevant werden. In den Beriechen, in denen ich aktiv bin werde ich durch den Kurs ganz oft hellhörig und prüfe und durchdenke Aspekte der dortigen Tätigkeit neu.

KW: Man wird sensibilisiert auf gewisse Gefahren, ob das das jetzt kartellrechtlich ist, wo man in der ersten Ausbildung keine richtigen Berührungspunkte hatte und das spielt doch eine wichtige Rolle, wo man jetzt Fallstricke und Zusammenhänge durchaus erkennt.

CL: Ich hatte mich mit Prof. Heermann über das Thema meiner Masterarbeit unterhalten. Er wies mich bei der Auswahl meines Themas darauf hin, dass das Bezüge zum Kartellrecht hat. Mit Kartellrecht habe ich mich bislang noch nicht beschäftigt. Genau das ist die Herausforderung für mich, dass ich mich mit Themen auseinandersetze, von denen ich bisher noch keine oder wenig Ahnung habe. Das gilt auch für Themen, die auf mich zunächst einmal ein wenig abschreckend wirken, weil man sagt, was kommt denn da noch alles, an was muss ich denn alles denken? Aber das ist für mich gerade das Positive, denn man beschäftigt sich damit. Wenn man diesen LL.M. nicht machen würde, würde man sich nicht hinsetzen solche Themen ansehen. Vielleicht würde man sich einen Aufsatz mal anschauen, aber durch die Ausbildung hier ist man gezwungen, in die Tiefe zu gehen.

KW: Genau, damit der Blick über den Tellerrand ein ganz anderer wird, groß wird, und dass man in ganz anderen Kategorien denkt, in ganz andere Bereich übergeht.

 

Red.: Könnte es sein, dass Sie  diesen Blick über den Tellerrand dazu nutzen, sich auch in andere Rechtsgebiete vorzuwagen in Ihrer Berufspraxis?

 

CL: Ja, das möchte ich tatsächlich nicht ausschliessen.

KW: Ja, das zum einen. Zum anderen wird aber die Beratungstätigkeit komplexer und ich hoffe auch umfassender, weil man auf ganz neue Ideen kommt oder neue Gefahren, neue Risiken sieht und damit für zu beratende Klienten Fallstricke vermeiden kann.

CL: Also bei mir ist es tatsächlich so. Es kommen jetzt schon die verschiedensten Anfragen und Angebote von vielen Seiten, weil ich ja wirklich in mehreren Sportvereinen aktiv bin, und zwar in Form von Aufträgen, Anfragen zur Vertragsgestaltung etc., Athletenverträge, Sponsorenverträge. Wenn man damit auch mal ein bisschen hausieren geht, dass man das intensiver betreibt, bekommt man Zugang zu diesem großen Markt. Das sehe ich jetzt schon. 

KW: Das ist auch unsere Hoffnung, wenn Sie unsere Erwartungen wiedergeben möchten in Bezug nicht nur auf die retrospektiven Erfahrungen, sondern auch auf die prognostischen, dass durch den LL.M. auch ein gewisser Markt oder eine Kompetenz nach aussen hin deutlich sichtbar gemacht wird. 

 

Red.: Kommen wir aber zu unserer nächsten Frage: Inwieweit hilft Ihnen das Arbeiten in der Gruppe? Gibt es da Interaktion?

 

CL: Wir können uns gegenseitig insofern aufeinander verlassen, dass jeder die anderen informiert, wenn er auf eine neue Information oder eine Lösung zu einem unserer Themen stößt. Das ist jetzt nicht so eine Ellenbogen-Taktik, dass man sagt, ich behalte das aber nur für mich.

ST: Man hört das manchmal von den regulären juristischen Studiengängen, dass die Juristen nicht gut kooperieren.

KW: Das ist eben der Unterschied, weil es sich bei uns um Leute handelt, die aus dem Sport kommen. Da ist es eine andere Denkweise. Es gibt hier auch kein alt/jung, neu/erfahren oder sonst irgendetwas. Es hat keiner ein Problem zu sagen: Das verstehe ich nicht. Das sagt jeder mal an der ein oder anderen Stelle. Und irgendeiner weiss dann wieder ein bisschen etwas und dann kommt man schon zusammen.

CL: Und daran merkt man ja auch, ob die Ausbildung einer Gruppe funktioniert, weil man einfach auch mal sagen kann, können Sie mir das bitte noch einmal erklären. Man traut sich auch, diese Fragen zu stellen, ohne sich zurück zu ziehen und zu denken „Die anderen wissen das und ich bin der einzige, der es nicht versteht?“ Im Zweifel ist es dann auch so, dass jemand aus der Gruppe sich meldet und es aus seiner Sicht erklärt …

KW: … oder das ein anderer sagt: Danke, ich habe genau die gleiche Frage gehabt, du warst eben nur schneller.

CL: Und immer mit ein bisschen Spass dabei!

 

ST: Kommen wir zu unserer nächsten Frage in Bezug auf die Dozenten. Ist die das vermittelte Wissen verständlich und aktuell? Sind es Inhalte, die Ihren Wissensstand bereichern?

 

KW: Ich kann nur sagen, Prof. Valerius (Strafrecht im Sport / Anm. der Redaktion) und Prof. Streinz (Verfassungsrecht und Europarecht im Sport / Anm. der Redaktion) waren sensationell. 

CL: Der Herr Schäfer (Investition und Finanzierung mit Prof. Schäfer / Anm. der Redaktion) von gestern war auch super. Wir hatten zunächst ein bisschen Angst vor den klassischen BWL-Themen …

KW: Genau, da es vollkommen Neuland für uns ist.  Und es war wirklich eine Einführung und wir haben es verstanden. Auch heute ist es sehr gut (Sportmarketing mit Prof. Germelmann / Anm. Redaktion). Prof. Heermann ist auch sehr gut. Bitte nicht falsch verstehen, dass sind dann Gebiete die uns vertrauter sind, wo wir etwas kritischer sind. Das schreiben wir dann auch in die Evaluierungsbögen rein.

CL: Die Dozenten sind wirklich gut. Klar liegt einem mal der eine mehr als der andere. Das ist aber überall so. In Bezug auf die betriebswirtschaftlichen Inhalte ist es für mich persönlich eine Auffrischung, weil ich sowohl im Jurastudium  als auch der Schule BWL und VWL gehabt habe und ich immer wieder Berührungspunkte habe in Sachen Insolvenzabwicklung. Wir können immer Nachfragen stellen. Es geht ja auch darum, dass man ein Gefühl bekommt, was dahinter steckt, um sich dann individuell mit einzelnen Sachverhalten auseinander zu setzen.

KW: Ich glaube es ist ein allgemeiner Konsens, dass wir die Dozenten als engagiert und interessiert empfinden und vielleicht sind sie auch manchmal neugierig auf uns.

 

Red.: Jetzt zu unserer letzten Frage: Welche Möglichkeiten zum Netzwerken werden Ihnen geboten?

 

CL: Möglichkeiten zum Netzwerken mit den Teilnehmern des MBA Sportmanagement werden in den Pausen und im Rahmenprogramm geboten, beim gemeinsamen Mittagessen zwischen den Unterrichtsstunden, an Veranstaltungen, bei Ausflügen und auch durch die Unterbringung im Hotel. Man trifft sich beim Frühstück oder auch abends in der Lobby.

KW: Genau, auch mit den Leuten vom MBA. Wir als LLMler sind also nicht separiert.

 

Red.: Ich empfehle hier auch die Mitgliedschaft im Alumni-Verein der Sportökonomie und auch im VSD, dem Verband der Sportmanager und Sportökonomen in Deutschland. Letztere ist für die Dauer des Studiums kostenfrei. Aber nun ist Ihre Pause zu Ende und Sie müssen wieder in den Unterricht. Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihrer Bereitschaft, an diesem Interview mitzuwirken.

Interview mit Jacob Kornbeck, Studierender beim ersten Jahrgang des LL.M. Sportrecht

Jacob Kornbeck ist 47 Jahre alt und arbeitet als Beamter beim Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDPS). Über 13 Jahre war im Sportreferat der EU-Kommission beschäftigt, bevor er in einen anderen,  juristischen Bereich wechselte. Als Studierender mit großem beruflichen aber auch wissenschaftlichen Background, sind wir für seine Ausführungen über den im November 2015 gestarteten LL.M. Sportrecht (Universität Bayreuth) sehr dankbar.

 

Sehr geehrter Herr Kornbeck, warum haben Sie sich für den LL.M. entschieden?

Ich bin ich der einzige Nichtjurist in einem Juristenteam, wobei ich über zehn Jahre juristische Aufgaben erfüllt habe. Da wollte ich gerne ein Gütesiegel in Recht erwerben. Mein besonderes Interesse gilt dabei dem Sport auch aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen im Sportreferat der EU-Kommission. EU-Sportpolitik wird zwar auch von Politologen und anderen Sozialwissenschaftlern bearbeitet, allerdings lässt sich vieles, was ich in der Kommission gemacht habe, am besten juristisch einordnen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des LL.M. haben mich interessiert, da sie einen weiten Bereich abdecken. Für viele ist Sportrecht nur mit Vertragsrecht und ein wenig Europarecht verbunden. Das ist bei dem Bayreuther Programm anders, denn viele verschiedene Gebiete werden abgedeckt. Dazu kommt, dass die Dozentenliste sehr gut ausschaut und man weiß von Anfang an, wer die Dozenten sind.

Die für das Programm Verantwortlichen haben in Bezug auf die Informationsbereitstellung eine Transparenz und einen Professionalismus bewiesen, der für uns Berufstätige wichtig ist. Alles konnte online eingesehen werden. Bei anderen Studiengängen habe ich oft den Eindruck, dass die Verantwortlichen aus ihrem Elfenbeinturm nicht hervorkommen. Sie können sehr gut sein, vermitteln es aber nicht an potentielle berufstätige Bewerber. Also: tu Gutes und rede bzw. schreibe darüber.

 

Hat es Sie nicht abgeschreckt, dass dieser Studiengang ganz neu ist?

Am Anfang bestanden schon Zweifel, das Risiko war da. Der Internet-Auftritt war noch unfertig. Diese Einschätzung habe ich aber schnell abgelegt. Ein Studiengang lebt in erster Linie von seinen menschlichen Ressourcen. Als ich gesehen habe, wer das alles lehrt, war ich von der Relevanz überzeugt. Der interdisziplinäre Studiengang Sportökonomie und damit auch das Sportrecht werden über 30 Jahre an der Universität Bayreuth gelehrt. Dazu kommt die Bekanntheit des Studiengangleiters beim LL.M. Sportrecht, Prof. Heermann. Für mich war auch wichtig, dass ich mich als Nichtjurist mit juristischer Berufserfahrung durchaus bewerben konnte, was z.B. beim LL.M. Sportrecht der kooperierenden Universitäten Köln (Deutschen Sporthochschule) und Gießen nicht möglich gewesen wäre. Dabei bin ich ein großer Fan der Deutschen Sporthochschule. Letztlich war es mir doch ganz lieb, einen ganz normalen LL.M. zu bekommen und nicht noch einen komischen Titel, den keiner vorher gesehen hat (nach Bologna gibt es ja so vieles).

 

Welche Erfahrungen in Bezug auf das Studium haben Sie bis jetzt gemacht?

Sehr gute, wobei es bislang nur ein Präsenzwochenende gab. Wir sind zu acht – das ist also ganz gemütlich, und obwohl der Unterricht als Vorlesung verläuft, kann jeder sich jederzeit beteiligen. Der Unterrichtsform Vorlesung stehe ich eigentlich kritisch gegenüber, doch hier klappt sie wunderbar. Ich habe das Gefühl hier sehr viel lernen zu können. Das 1. Präsenzwochenende begann am Freitag um 10.00 und war am Sonntag um 17.00 Uhr zu Ende. Danach war ich ziemlich k.o. Aber es hat sich gelohnt und es hat Spass gemacht durch den intensiven Austausch mit den anderen Teilnehmern, eine gute Mischung aus jung und alt. Die Gespräche waren spannend, fachlich auf gutem Niveau und menschlich sehr nett. Da kommt hinzu, dass alles total gut umrahmt wird, das Verwaltungspersonal ist nett und service-minded, das Catering-Team fantastisch. Die stehen da und pressen einen den Zitronensaft für den Tee, davon war ich sehr angetan. Das Essen und die Snacks waren ernährungsrichtig und gesund. Am Samstagabend war das Kamingespräch mit Prof. Dr. Udo Steiner ein Highlight.

 

Was ist das Besondere an dem Programm?

Die Kombination aus online-Studium und Präsenzwochenenden, denn nur online wäre nicht so toll gewesen. Dann die 30% Beimischung von BWL und Sport. Es gibt z.B. im Kartellrecht Schnittmengen. Hier ist eine für die ausgewogene Würdigung von Sachverhalten ein Business-Hintergrund notwendig. Und schließlich die Tatsache, dass hier Leute lehren, die von Sport was wissen, aber ohne zu verbandsnah zu sein. Diese Unabhängigkeit war mir wichtig.

 

Was zeichnet Ihre Kommilitonen aus?

Zunächst sind sie alle sehr nett, aufgeschlossen, kompetent. Sie sind Rechtsanwälte und sonstige Juristen aus dem süddeutschen Raum. Der Raum Freiburg ist dreimal vertreten, was im fußballistischen Fachaustausch seinen Niederschlag findet. Liechtenstein ist auch dabei. Dabei ist die Alterspanne ist durchaus unterschiedlich: eine Person hat das Studium vor einem Jahr beendet und eine andere hat 20 Jahre Berufserfahrung in der Kanzlei. Sie haben verschiedene Ziele, aber gemeinsam ist das Interesse an Sport und Sportrecht und sie sind mit Begeisterung dabei.

 

Welche anderen Institute kamen für Sie in die engere Wahl?

Viele, denn ich habe fast ein Jahr lang Online-LL.M.-Guides gelesen. Da habe ich schnell begriffen, entweder der Studiengang ist flexibel, aber dann wird man als Nichtjurist meistens nicht zugelassen. Oder er steht einem offen, aber man muss ein Jahr "fulltime" studieren, was ich nicht kann, ich habe ja Job und Familie. An den LL.M. Europarecht der Uni Saarbrücken hatte ich ebenso gedacht wie an den LL.M. Sportrecht der Köln-Gießen, wo aber die Präsenzzeiten umfangreicher sind und man Jurist sein muss, an den MELS (Master of European Legal Studies) der Luxemburger Antenne des EIPA (European Institute of Public Administration) in Maastricht, und an zahllose britische Programme… Bis ich das Programm in Bayreuth entdeckt habe. Und als Bonus gab es dann noch das Privileg in einer kleinen Gruppe zu studieren.

 

Was sollten Interessierte unbedingt über das Studium wissen?

Dass der Studiengang doch ganz schön interdisziplinär ist, und praktisch bzw. handlungsorientiert. Das darf nicht unterschätzen, wer sich darunter nur klassisch deutsche Rechtsdogmatik vorstellt. Denn im allgemeinen gilt die Vorstellung, dass ein LL.M. sehr spezialisiert auf ein Rechtsgebiet abzielt. Die rechtlichen Themen sind bei beim Bayreuther LL.M. sehr praktisch angelegt. Dazu kommen die 1/3-Anteile an der BWL im Sport und für die Handlungskompetenz, die sog. Soft Skills. Mit Sicherheit lebt man hier nicht in einem rechtsdogmatischen Elfenbeinturm. Auf der anderen Seite reicht es nicht aus, nur ein großer Sportfreund zu sein. Die Rechtsgrundlagen müssen erarbeitet werden und das geht ohne juristisches Wissen nicht.

 

Die Uni Bayreuth ist in der Sportbranche bekannt durch die Sportökonomen, die sog. Spökos. Gibt es ein solches Netzwerk auch für den LL.M.?

Das scheint so zu sein, und ich will da auch unbedingt Mitglied werden.

 

Wie könnte sich der LL.M. auf Ihre Karriere auswirken?

Das ist eine gute Frage. Momentan befinde ich mich in einer Neuorientierungs- und Qualifizierungsphase. Daneben nehme ich an der Deutschen Sporthochschule in Köln einen Lehrauftrag wahr. Die letzten sechs Jahre im Sportreferat habe ich zu 85% über Datenschutz gearbeitet, also habe ich mich zum Datenschutz hin beworben, als ich mobil werden musste. Wer aber einmal in seinem Leben die große Liebe gekannt hat, vergisst die nicht so leicht. Privat bin ich glücklich verheiratet, beruflich habe ich mit der Sportpolitik meine große Liebe erlebt. Wer weiß, was die nächsten 5-10 Jahre bringen werden? Falls sich interessante Perspektiven zeigen, ob haupt- oder nebenberuflich, dann wird eine Kombination aus 13 Jahren Berufserfahrung und einem LL.M. Sportrecht der Uni Bayreuth doch nicht übel aussehen.

 

Vielen Dank, Herr Kornbeck, für dieses offene und informative Gespräch.